Energie- und Treibstoffmanagement

ENERGIE- UND TREIBSTOFFMANAGEMENT

Der Energieverbrauch insbesondere bei der Erstellung und während der Nutzung von Gebäuden ist hoch: Rund 40 % des gesamten Energieverbrauchs und etwa 36 % der damit verbundenen Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union entfallen auf Gebäude.1 Gleichzeitig ist das Potenzial, Energie einzusparen, in der Bauwirtschaft neben dem Verkehrssektor, am größten. Um dieses Potenzial zu heben, entwickeln wir u. a. unser umfassendes Energie- und Treibstoffmanagement kontinuierlich weiter.

ZUSTÄNDIGKEITEN UND REGELUNGEN

Eine konzernweit geltende Energie- und Umweltpolitik legt die Grundlage für ein ressourcenschonendes Handeln; Chancen und Risiken werden frühzeitig erkannt und rechtliche Vorschriften erfüllt. Innerhalb des Konzerns wird das Thema Umwelt im Integrierten Qualitätsmanagement (IQM) behandelt. Um Umweltanforderungen gerecht zu werden, ist in fast allen Konzernländern ein Umweltmanagementsystem nach dem internationalen Standard ISO 14001 eingeführt und zertifiziert.


Das Energiemanagement bei STRABAG ist ein Instrument, mit dem der Energieverbrauch erfasst und die Energieeffizienz erhöht werden können. Geführt wird das konzernweite Energiemanagement vom Lenkungskreis Energie, der die strategische Ausrichtung des Energiemanagements festlegt. Die Energieexpertinnen und -experten in den verschiedenen Konzerneinheiten formulieren auf Grundlage der konzernweit erfassten Energiedaten Empfehlungen an den Lenkungskreis. Dementsprechend werden betriebliche Ziele zum Energieverbrauch, den CO2-Emissionen und entsprechende Maßnahmen konzernweit vorgegeben. Seit 2014 wird ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach der internationalen Norm ISO 50001 in verschiedenen Konzerneinheiten eingeführt. Bedingt durch das Energieeffizienzgesetz kann damit das Potenzial zur Kosteneinsparung und Senkung des Energieverbrauchs genutzt werden.


ZIELE UND INDIKATOREN

Wir halten uns an bestehende gesetzliche Vorgaben und vermeiden so potenzielle Nachteile für den Konzern. Erklärtes Ziel ist es, die durch unsere Geschäftstätigkeit verursachten negativen Einwirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Dabei bearbeiten wir prioritär jene Themen, die das größte Verbesserungspotenzial versprechen und die wir durch unser eigenes Handeln direkt beeinflussen können, wie die Senkung des Energieverbrauchs und die Weiterentwicklung von Verfahren und Technologien für ressourcen- und energieeffiziente Gebäude.

INDIKATOREN

  • Anteil des zugeführten recycelten Asphalts in der Herstellung von Asphaltmischgut in den Konzernländern Deutschland, Österreich und Polen (Anteil an der Konzernleistung rund 70 %)
    • Deutschland: 32,7 % bei einer Gesamtproduktion von 3.832.035 t Asphaltgemische
    • Polen: 29,8 % bei einer Gesamtproduktion von 2.410.485 t Asphaltgemische
    • Österreich: Datenlage derzeit noch unzureichend für eine Berichterstattung
Ziel: Wir streben an, den Recyclinganteil zu erhöhen, und sind dabei auch auf die Vorgaben unserer Auftraggeberschaft angewiesen.
  • Energieverbrauch und CO2-Intensität der relevanten Energieverbrauchsbereiche in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen (Anteil an der Konzernleistung mehr als 70 %)
    • Pkw/Fuhrpark (über alle Fahrzeugkategorien):7,8 l/100 km und 0,2 kg CO2/km
    Ziel: Mindestens Reduktion um 1 % pro Jahr
  • Asphaltmischanlagen: 94,3 kWh/t produziertes Asphaltmischgut und 32,6 kg CO2/t produziertes Asphaltmischgut
Ziel: Die unzureichende Datenlage erlaubt es uns bisher nicht, Zielwerte in Form einer prozentualen Veränderung anzugeben. Wir führen aktuelle absolute Werte an.
  • Baumaschinen: Aufgrund der unzureichenden Datenlage finden derzeit Pilotprojekte zu Erfassung und Monitoring des Baumaschinenverbrauchs und der CO2-Intensität statt.


PROJEKTE UND INITIATIVEN

Seit 2012 betreibt STRABAG ein systematisches Energiemanagement, mit dem einsparpotenziale sichtbar gemacht und die Energieeffizienz kontinuierlich erhöht werden kann. Durch die erzielten und noch erzielbaren Kostenentlastungen stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen bleibt das Thema Energie für den STRABAG-Konzern von großer Bedeutung. Im Berichtsjahr 2017 erhöhten sich die Energiekosten für den Konsolidierungskreis der STRABAG SE auf € 250,59 Mio. .
Die Energie- und CO2-Daten für den Konzern werden in der selbst entwickelten und seit 2012 eingesetzten Software CarbonTracker systematisch erfasst und ausgewertet. Auf dieser Grundlage werden Konzepte entwickelt, mit denen wir den Verbrauch fossiler Energieträger und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen durch effizientere konventionelle oder neuartige Maschinen langfristig verringern können. Mitarbeitende im Konzern werden darauf sensibilisiert, an der Steigerung der Energieeffizienz mitzuwirken: Dies erfolgt beispielsweise im Rahmen von Schulungen, in denen die Belegschaft zu den Themen Sicherheit, Umwelt und Energie informiert wird.
Seit dem zweiten Quartal 2017 wird ein Strom- und Gasdatenmanagement eingeführt, mit dem sich Lastganganalysen in stationären Anlagen und Verwaltungsgebäuden realisieren lassen. So können Leistungsspitzen und zu hohe Grundlasten (Bedarf an Strom-Grundversorgung) erkannt und reduziert werden. Die positiven Resultate des Energiemanagements zeigen sich in der Reduktion der Energiekosten, der Hebung des Steuerentlastungspotenzials und dem Schutz der Umwelt durch verminderten Emissionsausstoß.



Treibstoffmanagement als wichtiger Baustein des Energiemanagements

Der für den Konzern wichtigste Energieträger ist Treibstoff, der ca. 65 % der Energiekosten bedingt und daher die größten einsparpotenziale für den Konzern birgt. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir das Effizienzpotenzial der Pkw- und Nutzfahrzeugflotte für die beiden größten Märkte des Konzerns, Deutschland und Österreich, neu bewertet; aus heutiger Sicht liegen bei Treibstoff Einsparpotenziale von ca. 3 % vor. Der aus der CarbonTracker-Software heraus entwickelte Fuel-Tracker ermöglicht es, den Treibstoffverbrauch von Pkw und Nutzfahrzeugen des STRABAG-Fuhrparks zu analysieren. Um auch den Treibstoffverbrauch der Baumaschinen und Baugeräte auswerten zu können, wird derzeit ein System entwickelt, das die Digitalisierung der Verbrauchsdaten ermöglicht. Ergebnisse werden voraussichtlich bis Mitte 2018 vorliegen.




Antrieb für das Energiemanagement: Aktuelle nationale und EU-Gesetzgebung

Seit 2014 führt STRABAG ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ein, beginnend in den Kernländern Österreich und Deutschland. Auslöser war u. a. die EU-Energieeffizienz-Richtlinie.
Die CO2-Bilanz für das Geschäftsjahr 2017 bezieht sich auf den Vollkonsolidierungskreis des Konzerns und beinhaltet die verursachten Emissionen in 67 Ländern. Innerhalb des Konzerns wurden im Berichtszeitraum insgesamt 1.111.616 t CO2 emittiert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 5 % bzw. 55.018 t CO2. Die Emissionen werden entsprechend der Definition des Greenhouse Gas Protocol in Scope 1 und Scope 2 getrennt dargestellt. Über die Hälfte der CO2-Emissionen im Konzern entsteht durch den Einsatz von Treibstoffen, hauptsächlich Diesel. Mit 20 % bzw. 16 % folgen Strom und Braunkohlestaub. Deutschland, Polen, Österreich und Tschechien sind mit gemeinsam 66 % Hauptemittenten der Emissionen. Diese Länder erwirtschafteten 2017 mit 73 % auch den Großteil der Leistung des Konzerns:









RESSOURCENEFFIZIENTERER MATERIALEINSATZ DURCH RECYCLING



Der Bausektor trägt eine zentrale Verantwortung bei der Weiterentwicklung der effizienten Verwendung von Primärrohstoffen. STRABAG hat dies seit Jahren erkannt und steigert ihre Ressourceneffizienz durch optimierte Herstellungsverfahren von Beton, Zement und Asphalt einerseits und durch Aufbereitung und Rückgewinnung von Baustoffen andererseits. Im europäischen Vergleich sind die Recyclingraten in zwei unserer Kernländer – Österreich und Deutschland – bereits hoch. Technologischer Fortschritt und schärfere gesetzliche Vorgaben fördern diese positive Entwicklung. Vor allem der Verkehrswegebau bietet hier großes Potenzial: Mit dem Recycling eingesetzter Materialien werden Treibhausgase reduziert und wertvolle Primärrohstoffe durch Wiederverwendung eingespart. Hinzu kommt unsere hohe Eigenbedarfsdeckung beim Baustoff Asphalt von 78 %. Dementsprechend können wir zielgerichtet den Herstellungsprozess optimieren und Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung initiieren.


NACHHALTIGES BAUEN NACH ETABLIERTEN ZERTIFIZIERUNGSSYSTEMEN

Steigende Energiepreise, zunehmend spürbare Auswirkungen des Klimawandels und das rasante Städtewachstum stellen die Bauwirtschaft vor neue Aufgaben: Gebäude werden nicht mehr nur auf Investitionskriterien hin optimiert, sondern es gewinnen auch Lebenszykluskosten, Qualität und Ressourceneffizienz an Gewicht. Durch dieses Denken und Handeln in Kreisläufen erhalten wir wirtschaftliche, umweltfreundliche und ressourcensparende Gebäude, die die hohen Anforderungen an Funktionalität und Flexibilität erfüllen.
Über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet, ist der Energiebedarf in der Betriebsphase am höchsten. Gebäude dahingehend zu optimieren, dass sie in der Nutzungsphase wenig oder keine Energie benötigen oder sogar Energie erzeugen, ist daher ein wichtiges und wachsendes Geschäftsfeld von STRABAG. Wir verfügen über das technische Know-how und die notwendige Erfahrung, um nachhaltige Gebäude zu konzipieren und zu erstellen. Neben Beratung und Ausführung bieten wir auch die Auditierung von Neu- und Bestandsgebäuden nach den etablierten Zertifizierungssystemen DGNB, LEED, ÖGNI und BREEAM an.
Die positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Komfort bzw. Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer nachhaltiger Gebäude möchten wir auch an unseren Firmenstandorten unseren Beschäftigten bieten: Bereits sieben Konzerngebäude an fünf Standorten sind ganz oder teilweise von STRABAG und ihren Tochterfirmen gebaut und anschließend nach DGNB- oder ÖGNI-Kriterien zertifiziert worden.


STRABAG REAL ESTATE: DGNB-BASISZERTIFIKAT IN GOLD FÜR NACHHALTIGE BÜRO-
UND VERWALTUNGSGEBÄUDE

Die STRABAG Real Estate GmbH (SRE) hat ein neues Kapitel in der Zertifizierungspraxis von Immobilien aufgeschlagen: Das Unternehmen erhielt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Zertifikat in Gold für die „Mehrfachzertifizierung SRE-Standard“, die alle Standardplanungen für Büro- und Verwaltungsgebäude des Unternehmens umfasst. Das Zertifikat verlieh die DGNB auf der Expo Real 2017 in München. Mit ihrer Mehrfachzertifizierung setzte SRE einen Meilenstein in der Zertifizierungspraxis für nachhaltige Gebäude. „Mit dem Basiszertifikat der DGNB ist STRABAG Real Estate nicht nur ein echter Pionier des nachhaltigen Bauens, sondern setzt auch ein klares Zeichen für die Nachhaltigkeit“, sagt Christine Lemaitre, CEO der DGNB. „Es zeigt, dass das Unternehmen das Thema mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angeht – für die Umwelt und die Menschen gleichermaßen.“


"Lift-Off", Flugfeld Böblingen/Sindelfingen

1United Nations Environment Programme: Buildings and climate change, 2007



Auf der Website veröffentlicht am 28.07.2015 – Zuletzt publiziert am 07.08.2018 17:56:57
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