Innovation

STRABAG ist ein Technologiekonzern für Baudienstleistungen. Für ein technologisch ausgerichtetes Unternehmen ist die Beschäftigung mit Innovation unabdingbar, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Entwicklung hin zu integrierten Gesamtlösungen erfasst auch den Bausektor immer mehr. Der Wunsch der Auftraggeberseite nach Nutzen anstatt nach Dingen und einzelnen Funktionen hat vielschichtige Veränderungen zur Folge: Die Funktion von Gebäuden und Verkehrswegen wird zunehmend über den gesamten Lebenszyklus betrachtet – hinsichtlich der Technik, der Wirtschaftlichkeit und der Ökobilanz. Nach wie vor entscheiden die geplanten Herstellkosten heute noch über die meisten Auftragsvergaben. Diesem Preiswettbewerb ist jedoch nicht nur mit gesteigerter Effizienz zu begegnen, sondern auch mit innovativen Lösungen. So achten Kundinnen und Kunden z. B. immer mehr auf die Betriebs- bzw. Lebenszykluskosten; noch selten, jedoch zunehmend wird auch eine Bewertung von Umweltwirkungen der relevanten baubegleitenden Prozesse gefordert. Zukünftig werden daher funktionierende Gebäude mit maximalem Komfort, hohen Ansprüchen an die Gesundheit und geringeren Auswirkungen auf die Umwelt zu erstellen sein. Die Angebotslegung und die Ausführung des Axel Springer Campus in Berlin ist ein markantes Beispiel dafür.

Inzwischen erkennt auch die Politik den Hebel der ressourcenintensiven Baubranche, z. B. dem Klimawandel und der Ressourcenknappheit zu begegnen. Der Bedarf an energieeffizienten Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie an der Erneuerung der Transportinfrastruktur angesichts des zunehmenden Verkehrsaufkommens ist erheblich. Dies schlagt sich in umfangreichen nationalen und EU-Förderprogrammen nieder und kündigt große Investitionsvolumina an.

All diese Anforderungen kommen dem Grundverständnis und der Rolle eines Generalunternehmens entgegen. Wurde dieses bisher meist bei der Ausführung – und damit spät – in den Prozess einbezogen, muss es in Zukunft frühzeitiger und umfassender bei der Planung mitwirken. Das „Front-loaded Design“, das rechtzeitige und umfassende Planen, bedeutet jedoch auch, dass die zur Abwicklung eines Projekts erforderlichen Personen, Informationen, Mittel und Materialien zeitnah, vollständig und nachvollziehbar zusammengeführt werden. Deshalb bieten wir unseren Kundinnen und Kunden das STRABAG teamconcept-Vertragsmodell an. Hier geht es darum, möglichst früh alle Beteiligten verbindlich einzubeziehen.

Daher gilt es, den Umfang und idealerweise die Tragweite der Veränderungen zu erkennen. Denn in Zukunft wird der unternehmerische Erfolg von der Fähigkeit abhängen, Trends zeitig zu erkennen und auf diese neue Komplexität vorbereitet zu sein. Unser Handeln mit Bezug auf die Innovationsaktivität ist daher entsprechend strategisch zu steuern.

Der Wunsch einer Organisation, Innovationen hervorzubringen, steht zunächst im Widerspruch zu dem Bestreben, möglichst langfristig mit bewährten Technologien, Methoden und Produkten erfolgreich im Markt zu agieren. Denn Innovation steht für einen Prozess, der Neues bringt. Dazu müssen eingeführte Routinen abgeändert, Widerstände überwunden, Teilorganisationen angepasst werden. Damit Innovationen erfolgreich werden, sind diese entsprechend umsichtig in das Wirkungsgefüge der Organisation einzuführen, um den vielschichtigen Interessen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen – u. a. Eigentümer- und Auftraggeberseite sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Rechnung zu tragen. Mit einem Ansatz des ausgewogenen Freiraums zum Ausprobieren von Ideen lassen sich Risiken besser abschätzen und steuern –aber nicht nur: Denn solche Freiräume sind häufig entscheidend für neue Lösungen, motivieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gelten bei Bewerberinnen und Bewerbern als attraktiv.

Zuständigkeiten und Regelungen

Ein STRABAG SE-Vorstandsmitglied, Peter Krammer, zeichnet als Sponsor für Innovation und Digitalisierung im Konzern verantwortlich. Innovationsverantwortliche in den Unternehmens- und Zentralbereichen führen Entwicklungsvorschläge zusammen und genehmigen deren Umsetzung gemäß der strategischen Ausrichtung ihres Geschäftsfelds. Unterstützt werden diese Einheiten vom Innovationsmanagement – angesiedelt bei der Zentralen Technik – beim Erkennen relevanter Trends, bei der systematischen Entwicklung neuer Lösungen, bei Fragestellungen der öffentlichen Forderung und von Entwicklungspartnerschaften sowie beim internen oder externen Rollout und dem Berichtswesen zur konzernweiten Innovationsaktivität.

Ziele und Indikatoren

Wir mochten neue Lösungen (Produkte, Prozesse, Systeme und Dienstleistungen, Materialien und Konstruktionen) entwickeln, neue Geschäftsfelder erschließen und eine zukunftsorientierte Arbeitgeberin sein. Folgende Indikatoren zeigen uns, ob wir auf dem richtigen Weg sind, die Ziele zu erreichen:

  • Bereitstellung von Forschungs- und Entwicklungsfördermitteln durch den Konzern: € ~14 Mio.

Ziel: Mindestens auf Vorjahresniveau halten
  • Anzahl der Direktionen mit mindestens einer verantwortlichen Person für Innovation: 23 (von insgesamt 118 Direktionen)

Ziel: Die Relation von Innovationsverantwortlichen je Direktion zur Gesamtanzahl der Direktionen im Konzern soll im nächsten Jahr gesteigert werden.
  • Anzahl der Teilnehmenden an STRABAG Veranstaltungen zu Innovation: 72 Personenaus 22 Organisationseinheiten nahmen an der Veranstaltung „STRAcafe: Erfolgsfaktor Innovation im Konzern“ teil.

Ziel: Mindestens auf Vorjahresniveau halten
  • Veröffentlichung relevanter Entwicklungsprojekte zur Verbreitung der Innovationstätigkeit des Konzerns (über Konzernbroschüre „Research, Development & Innovation“ und digitale Kanäle): 47
Ziel: Da die Kommunikationsstrategie für Innovationsprojekte aktuell überarbeitet wird, werden die Ziele 2019 neu definiert werden.

Projekte und Initiativen

Durchschnittlich werden im Konzern ca. 100 Entwicklungsprojekte im Jahr durchgeführt, die die gesamte Wertschöpfungskette Bau umfassen, darunter die digitale Baustellenvermessung mittels Drohnen. Generell ist ein Trend zum datenbasierten Planen, Bauen und Betreiben erkennbar. So entwickelt unsere Tochter EFKON AG Soft und Hardware, mittels derer Verkehrsdaten umfassender erfasst und analysiert werden können. Die modellbasierte Arbeitsweise, z. B. für Planung und Baulogistik, kann durch Instrumente wie die Datenbrille HoloLens, deren Einsatz wir gemeinsam mit Microsoft für das Facility Management prüfen, ergänzt werden – und erweitert somit unsere Möglichkeiten, die komplexen Sachverhalte rasch und umfassend zu bewerten. Mit der jährlich erscheinenden Konzernbroschüre „Research, Development & Innovation“ berichten wir über die wichtigsten Arbeiten in diesem Bereich und vernetzen damit das Management, die Auftraggeberschaft, die Investorenseite und nicht zuletzt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Um die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit zusätzlich zu unterstützen, wurde 2018 ein konzerneigenes, professionelles Fördermanagement mit dem Ziel ins Leben gerufen, erforderliche Entwicklungsaufgaben maximal durch die öffentliche Hand zu subventionieren. Zu den von den Konzerneinheiten TPA und Zentrale Technikgemeinsam angebotenen gehören die systematische Identifikation von Fördermöglichkeiten für Entwicklungsprojekte sowie die Unterstützung der Antragstellenden von der Antragseinreichung bis zur Projektabwicklung. 2018 wurden insgesamt 14 Projekte mit öffentlicher Förderung durchgeführt.

Ein Mittel zur Vernetzung ist die STRABAG eigene Plattform connect, die es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, organisations- und standortübergreifend Ideen und Lösungsvorschläge rasch auszutauschen. Eine besonders aktive Community ist hier die LEAN.Construction-Gemeinschaft. Verbesserungen, die durch den Einsatz von LEAN-Methoden erarbeitet wurden, werden auf diesem Weg mit anderen Interessierten geteilt.

Seit 2004 ist der Konzern proaktives Mitglied im europäischen Bau-Innovationsnetzwerk European Network of Construction Companies for Research and Development (ENCORD) und stellt dort seit 2018 auch den Vorsitzenden. Des Weiteren ist STRABAG Mitglied der European Technology Construction Platform (ECTP).



Auf der Website veröffentlicht am 26.07.2017 – Zuletzt publiziert am 11.06.2019 17:19:52
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